2022

Die CITOYENNE 2022, der Preis für Bürgersinn der Stiftung CITOYEN, wurde am 13. Juni 2022 zum sechsten Mal verliehen. Unter dem Motto #EHRENSACHE – preis für dein Engagement würdigte die Stiftung in diesem Jahr das ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen im Alter von 14-24 Jahren, die tatkräftig und ideenreich anpacken und in Vereinen, Initiativen, Jugendgruppen oder auf eigene Faust für ein solidarischeres Miteinander sorgen und eine lebenswerte Zukunft gestalten.

Die Journalistin und TV-Moderatorin Jennifer Sieglar, Patin der CITOYENNE 2022, würdigte in ihrer Laudatio den vorbildlichen Einsatz der ehrenamtlich engagierten Jugendlichen und ruft den anwesenden Finalist*innen zu:
Was ihr macht, ist nicht selbstverständlich. Ihr organisiert Suizidpräventionstage, ihr macht Waldläufe mit Kindern, ihr unterstützt Geflüchtete, ihr löscht Brände, ihr rettet Lebensmittel, ihr organisiert Demos. Ihr haltet damit unsere Gesellschaft am Laufen und ihr seid Vorbilder! Danke, dass ihr einen Unterschied macht!

Mit dem 1. Preis (dotiert mit 5.000 Euro) wurde Amina El Mousaid für das von ihr initiierte Projekt „Sport vereint! Inklusion durch Karate“, Frankfurt, ausgezeichnet.
Ihre Intention, für Menschen etwas zu tun, die nicht integriert sind, und dies mit ihrer Begeisterung für Karate zu verbinden habe sie auf die Idee für dieses Inklusionsprojekt gebracht, erklärte die Preisträgerin. Als Jugendsprecherin bei der Sportjugend Frankfurt und als langjährige Jugendtrainerin im Karateverein setzt sich die Schülerin der Wöhlerschule besonders für Teilhabe und Inklusion ein. Zur Umsetzung ihrer Projektidee hat sie die Hermann-Herzog-Schule für sehbehinderte Kinder als Kooperationspartner gewonnen. Ihr Ziel ist es, sehbeeinträchtigte und sehende Kinder und Jugendliche durch das gemeinsame Praktizieren von Karate zusammenzubringen, denn, so sagt sie: „Wir sind alle gleich, ob sehend oder sehbehindert.“ Besonders wichtig ist ihr die Nachhaltigkeit des Projekts. Dafür hat sie mit der Hermann-Herzog-Schule vereinbart, das Karatetraining als AG einmal die Woche weiterhin anzubieten und sehende Kinder über die Online-Schulungen auf ihrer Webseite für das gemeinsame Training vorzubereiten. Auch während der Corona-Zeit hat sie das Training fortgesetzt und das Projekt zielstrebig und mit vorbildlichem persönlichen Einsatz weiterentwickelt hat.
Der 2. Preis (dotiert mit 3.000 Euro) ging an Fridays For Future Frankfurt.
In seiner Laudatio würdigte Jurymitglied Samuel Kramer das mutige Engagement der Bewegung. „Wir brauchen eine Neuerzählung von politischer Veränderung – und ich denke, die Verleihung dieses Engagementpreises an Fridays For Future Frankfurt ist Teil dieser Neuerzählung,“ sagte Kramer, denn: „Klimaschutz ist nicht alles – aber ohne Klimaschutz ist alles nichts.“ Die Initiative plant aktuell in Frankfurt die Gründung eines Klimajugendzentrums und möchte damit einen Ort für den Austausch von engagierten jungen Menschen schaffen.
Mit dem 3. Preis (dotiert mit 1.500 Euro) wurde die ada_kantine Frankfurt ausgezeichnet.
Die 2020 gegründete ada_kantine ist eine solidarische Küche in Frankfurt Bockenheim. In den Räumen der ehemaligen »Akademie der Arbeit« auf dem alten Uni–Campus bietet sie von freitags bis montags einen schmackhaften Mittagstisch an. Gekocht wird aus politischer Überzeugung ausschließlich vegetarisch und vegan. Die Kantine wird durch einen offenen Zusammenschluss von rund 200 ehrenamtlichen Helfer*innen, verschiedenen Vereinen und durch Spenden betrieben. In ihrer Laudatio hob Jurymitglied Jessica Pilz vor allem die vielfältigen nachhaltigen Aspekte des selbstverwalteten und basisdemokratisch organisierten Projekts hervor, das u.a. gerettete Lebensmittel verarbeitet und ein Gartenprojekt betreibt.
Die Jury
Timo Becker, Theaterpädagoge & Kabarettist
Beate Gottschall, Stiftung CITOYEN
Prof. Dr. Felix Hanschmann, Sebastian Cobler Stiftung
Thomas Henk Bethmann Bank, Niederlassungsleiter Frankfurt
Judith Kösters, Wissenschaftsredakteurin bei hr-iNFO
Julia Koik, Leiterin der Jugendkirche Jona
Samuel Kramer, Autor & Aktivist
Jessica Pilz, Landesschulsprecherin Hessen
Partner und Förderer:
Bethmann Bank, Lions Club Frankfurt Römer, Frankfurter Neue Presse
Die weiteren sieben Finalisten wurden von Moderator Timo Schweitzer vorgestellt und mit einer Anerkennungsurkunde sowie einer „Grow-Grow Nut“-Keimbox gewürdigt:
Agmiri, Samir
engagiert sich mit großer Begeisterung seit vier Jahren bei der Jugendfeuerwehr Frankfurt-Bonames und hat sich inzwischen für die Freiwillige Feuerwehr qualifiziert.
Al-Dobhani, Wed
engagiert sich für geflüchtete Mädchen und Frauen im Main Taunus-Kreis
Alexendre, Mbonigaba
setzt sich in seinem Filmprojekt „KION“ mit den Themen Rassismus und Gleichberechtigung auseinander und ist als Schauspieler auch im Galluszentrum aktiv.
Evans, Clara
engagiert sich in der Schülervertretung des Goethe Gymnasiums Frankfurt und initiiert eigenständig Projekte u.a. zum Thema „psychische Gesundheit“
Kaulfersch, Hannes
setzt sich als Stadtschulsprecher im StadtschülerInnenrat Frankfurt für die Interessen der Schüler*innen ein und hat zahlreiche Projekte initiiert u.a. Suizidpräventionstag, kostenlose Hygieneartikel an Schulen.
Pitz, Franziska, Nortmeyer, Lucas
engagieren sich als Gruppenleiter*innen bei der Waldjugend Kelkheim und unterstützen und gestalten die Aktivitäten des Vereins.
WISA e.V., „Wir sind angekommen“, Projekt von Geflüchteten für Geflüchtete im Rodgau.
Um Integration zu unterstützen werden u.a. „digitales Lernen“ und vielfältige Hilfe im Alltag angeboten.