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2026

Wir gratulieren den Preisträger*innen der CITOYENNE 2026

Mit dem 1. Preis (dotiert mit 5.000 Euro) wurde das Projekt „Main-Solar-Balkon“ des Frankfurter Vereins für Klimagerechtigkeit e.V. ausgezeichnet.


Das Projekt setzt sich für mehr Klimagerechtigkeit in Frankfurt ein und ermöglicht Menschen unabhängig von Einkommen und Wohnsituation, an der Energiewende teilzuhaben. Seit drei Jahren organisieren Ehrenamtliche Solar-Workshops und unterstützen Bürgerinnen bei der Anschaffung von Balkonkraftwerken. Für Frankfurt-Pass-Inhaberinnen übernimmt der Verein mit seinem Rundum-Sorglos-Paket die Kosten für Anschaffung und Installation vollständig und begleitet die Anmeldung. Das Angebot wird durch Spenden finanziert. 25 Anfragen und 10 realisierte Anlagen zeigen bereits die Wirkung des Projekts.

Der 2. Preis (dotiert mit 3.000 Euro) ging an die Frankfurter Stadtteil-Initiative Grünzug Eckenheim für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts „Neue Stadt Wildnis“.


Das Projekt setzt sich seit 2022 für Umwelt- und Klimaschutz im Stadtteil ein. Ziel ist es, den Bauabschnitt 2 des Grünzugs Feldscheidenstraße als „Neue Stadt Wildnis“ zu erhalten und damit einen geschützten Lebensraum für Bäume, Vögel und Insekten zu bewahren. In Planungswerkstätten und Befragungen entwickelten die Bürger*innen ein Konzept für den Erhalt der Grünflächen und einen gemeinschaftlichen Pflückgarten. Aktuell wird der Pflückgarten Grünzug Gederner Straße gemeinsam mit dem Quartiersmanagement, der JVA Preungesheim und weiteren AkteurInnen gepflegt und gestaltet.

Der 3. Preis (dotiert mit 1.500 Euro) wurde der Interessengemeinschaft Kirdorf Feld e.V. aus Bad Homburg für ihr gleichnamiges Projekt verliehen.


Das Projekt verbindet Natur- und Klimaschutz mit gelebter Kreislaufwirtschaft. Seit 2006 setzt sich der Verein für den Erhalt der Streuobstwiesen im Kirdorfer Feld ein und verbindet Pflege, Ernte und lokale Verarbeitung zu einem nachhaltigen Kreislauf. Aus den Früchten der alten Obstbäume entstehen Apfelsaft, Apfelwein und weitere Produkte, deren Verkauf wiederum die Pflanzung und Pflege neuer Obstbäume finanziert. So bleibt die Wertschöpfung vor Ort und gleichzeitig der Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten erhalten. Auch das Vereinsgebäude arbeitet ressourcenschonend und erzeugt mit Photovoltaik mehr Strom, als selbst benötigt wird.

Die Jury

Alisha Baluschek, Klimareporterin, Content Creator

Dr. Dorothee Freudenberg, Vorsitzende Stiftung CITOYEN

Christian Hein, Doktorand Nachhaltigheitszentrum, h_da

Anja Heßeler, Leiterin Vermögensverwaltung Bethmann Bank

Stephan Hübner, Redakteur ARD-Klimaredaktion

Torsten Jens, Geschäftsführer Naturschule Hessen

Dr. Julia Krohmer, Wissenschaftskoordinatorin Senckenberg

Dr. Max Rempel, Geschäftsführer Mediengruppe Frankfurt

Timo Schweitzer, Theaterpädagoge & Kabarettist

Partner und Förderer:

Bethmann Bank, Lions Club Frankfurt Römer, Frankfurter Neue Presse

Für die Bereitstellung der Preisgelder danken wir der Bethmann Bank, der Mediengruppe Frankfurt und dem Lions Club Frankfurt am Main.

Die weiteren sieben FinalistInnen wurden Moderator Timo Schweitzer vorgestellt und mit einer Anerkennungsurkunde sowie einer individuell ausgewählten Pflanze – passend zu ihrem Projekt – gewürdigt.

Andreas Höfler, Beweidungsprojekt am Hässeler Weiher, Main-Kinzig-Kreis
Andreas Höfler, Initiator des Beweidungsprojekts Hässeler Weiher, setzt sich seit vielen Jahren für den Umwelt- und Naturschutz ein und engagiert sich für die ganzjährige Multispezies-Beweidung mit Taurusrindern, Konik-Pferden, Thüringer Waldziegen und Wasserbüffeln. So entstand ein vielfältiger Lebensraum, in dem sich zahlreiche seltene Arten neu angesiedelt haben. Dazu zählen unter anderem Steinkauz, Kammmolch und Breitblättriges Knabenkraut. Mit Führungen und einem neuen Beobachtungsstand macht Andreas Höfler das Projekt auch für Besucher*nnen erlebbar und vermittelt die ökologischen Zusammenhänge.

Initiative MainWäldchen, Tiny Forests Frankfurt
MainWäldchen bringt mit kleinen Wäldern nach der Miyawaki-Methode mehr Natur in die Stadt. Seit 2023 schafft die Initiative grüne Oasen, die das Mikroklima verbessern, Wasser speichern und Lebensräume für zahlreiche Pflanzen und Tiere bieten. Bei gemeinsamen Pflanzaktionen kommen Schulen, Familien und Nachbarschaften zusammen und gestalten ihre Umgebung aktiv mit. Führungen und Veranstaltungen vermitteln zusätzlich Wissen über Stadtnatur und Klimaanpassung. 2026 soll in der Stresemannallee auf rund 450 Quadratmetern ein weiterer Tiny Forest entstehen.

Kurt Thiel, Energiewende im Sportverein, TV Babenhausen
Kurt Thiel setzt sich beim Turnverein 1891 Babenhausen e.V. für eine klimafreundliche Energieversorgung ein. Gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen hat er zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, darunter LED-Beleuchtung, Bewegungsmelder, eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe. So werden Energieverbrauch und der Einsatz fossiler Energien im Vereinsbetrieb reduziert. Geplant sind weitere Schritte wie smarte Thermostate, die Nutzung von Solarstrom für die Warmwasserbereitung und die Erweiterung des Batteriespeichers. Für Planung, Koordination und Umsetzung hat Kurt Thiel bereits mehr als 200 ehrenamtliche Stunden geleistet.

Erika Hoffmann, Essbarer Waldgarten Oberrad, Frankfurt-Oberrad
Erika Hoffmann setzt sich mit dem Projekt „Essbarer Waldgarten Oberrad“ für eine nachhaltige und gemeinschaftlich gestaltete Stadt ein. Nach Permakulturprinzipien entsteht ein vielfältiges Ökosystem aus mehrjährigen essbaren Pflanzen, Bäumen, Sträuchern und einer Wildobsthecke. Der Waldgarten fördert die Biodiversität, verbessert das Mikroklima und leistet einen Beitrag zur Klimafolgenanpassung. Workshops und praktische Einsätze laden zum Mitmachen ein und machen ökologische Zusammenhänge erlebbar. Die Erfahrungen sollen auf weitere Flächen in Frankfurt übertragen werden.

NABU Frankfurt Nord e.V., Wiedervernässung der Eschbachaue, Frankfurt
Mit der Wiedervernässung der Eschbachaue schafft der NABU Frankfurt Nord neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. 2025 wurden auf einer erworbenen Ackerfläche zwei Teiche als Biotopverbund angelegt. Schon wenige Monate später sind Frösche, Kröten und sogar ein Storch in die neue Wasserlandschaft zurückgekehrt. Langfristig soll sich die Aue zu Feuchtwiesen oder einem Niedermoor entwickeln. Das stärkt die Biodiversität und den Klimaschutz. Ehrenamtliche kümmern sich um die weitere Pflege der Flächen.

Bee Sossenheim – Nachbarschaftsinitiative, Frankfurt-Sossenheim
Bee Sossenheim verwandelt eine ehemalige Brachfläche hinter der Westerbachsiedlung in eine artenreiche Oase für Insekten, Vögel und heimische Pflanzen. Seit 2018 schafft die Nachbarschaftsinitiative mit Wildblumenwiesen, Benjeshecken, Streuobstwiesen und Nistkästen Lebensräume für bedrohende Arten und verbessert so das lokale Klima. Durch ehrenamtliches Engagement und gemeinsame Pflegeaktionen wird die Fläche nicht nur ökologisch aufgewertet, sondern auch zu einem Ort der Begegnung und des Lernens. Geplant sind weitere Strukturen wie eine Wasserstelle oder Infotafeln, um das Projekt als Vorbild für andere Initiativen zu etablieren.

Weltacker Wetterau e.V., Friedberg
Der Weltacker Wetterau in Friedberg-Fauerbach macht globale Zusammenhänge von Ernährung, Landwirtschaft und Ressourcen greifbar. Auf 2.000 Quadratmetern – der Fläche, die rechnerisch jedem Menschen zur Verfügung steht – können Besucher*innen selbst säen, pflegen und ernten. Führungen und Infostände zeigen, wie Wasser, Böden und landwirtschaftliche Flächen genutzt werden und welchen Einfluss unser Konsum auf die verfügbaren Ressourcen hat.

Pressemeldung

Patin Prof. Dr. Maja Göpel, Foto Linda Schäffler

CITOYENNE-Patin Prof. Dr. Maja Göpel

Gerade in Zeiten der Unsicherheiten ist es so wichtig, sich nicht ausreden zu lassen: Wir sind alle wichtig! Jede*r Einzelne bleibt wirkungsvoll, wenn es darum geht, das Klima zu schützen und Fürsorge für eine nachhaltige Zukunft zu tragen. Kluge Lösungen und mutiges Handeln sind zudem noch die besten Zutaten für resiliente Gesellschaften. Die CITOYENNE 2026 sucht Menschen, die sich fürs Klima stark machen.

Die Jury

Alisha Baluschek, Klimareporterin, Content Creator

„Der Klimawandel ist verschwunden – aber nur von den Titelseiten. Die Herausforderung bleibt. Umso wichtiger ist es, die Menschen sichtbar zu machen, die weiter anpacken, innovativ denken und im Kleinen wie im Großen Veränderung schaffen. Überall entstehen Projekte, einige davon durfte ich als Klimareporterin bereits kennenlernen. Daher weiß ich auch: Wandel braucht Engagement und beginnt dort, wo Menschen ins Tun kommen. Der Preis der Stiftung CITOYEN „ran ans Klima! gesucht: Initiativen Projekte Aktionen“ stellt genau das in den Mittelpunkt. Ich freue mich, 2026 Teil der Jury zu sein und bin gespannt auf die Projekte und die Menschen, die dahinterstehen.“

Dr. Dorothee Freudenberg, Vorsitzende Stiftung CITOYEN

„Mit dem diesjährigen CITOYENNE-Preis möchte die Stiftung Menschen ausfindig machen, die „Ran ans Klima!“ gehen und sich mit ihren Ideen und ihrem Engagement dem passiven Hinnehmen des Klimawandels widersetzen. Das verdient gewürdigt zu werden. Wir können viel von ihnen lernen.“

Christian Hein, Doktorand Nachhaltigheitszentrum, h_da

„Die Evolution lehrt: Nicht die Stärksten oder Klügsten setzen sich durch, sondern jene, die sich am besten anpassen. Genau diese Fähigkeit brauchen wir jetzt im Angesicht des Klimawandels. „Ran ans Klima! gesucht: Initiativen, Projekte, Aktionen“ heißt für mich: aus Ideen Gewohnheiten machen. Wenn wir neue, nachhaltige Lösungen konsequent integrieren, werden aus kleinen Schritten große Veränderungen.“

Anja Heßeler, Leiterin Vermögensverwaltung Bethmann Bank

„Der Schutz des Klimas erfordert die Veränderungsbereitschaft von uns allen. Hierfür bedarf es einen langen Atem, Durchhaltevermögen und die Einsicht, dass wir alle dafür Einbußen in vielfältiger Hinsicht in Kauf nehmen müssen.“

Stephan Hübner, Redakteur ARD-Klimaredaktion

„Bürgerinnen und Bürger, die Verantwortung übernehmen und konkret handeln, sind unverzichtbar für Klimaschutz und Klimaanpassung. Denn in der Klimakrise steckt nicht nur Gefahr, sondern auch Gelegenheit. Gerade weil der Klimawandel zur Dringlichkeit mahnt, benötigen die Initiativen dieser Menschen Anerkennung, Unterstützung und Öffentlichkeit, um Wirkung zu entfalten und den notwendigen Wandel gemeinsam voranzubringen. Der CITOYENNE-Wettbewerb 2026 macht ihr Engagement sichtbar, fördert gute Ideen und ermutigt zur Nachahmung.“

Torsten Jens, Geschäftsführer Naturschule Hessen

„Wir sitzen alle im selben Boot“. Dieses Zitat eines Astronauten beim Anblick unseres Planeten Erde bringt es für mich auf den Punkt: Wir Menschen müssen alle an einem Strang ziehen, um unsere Zukunft nachhaltig zu sichern und für kommende Generationen lebenswert zu gestalten.
Und zwar jetzt.
Da heißt es nicht nur, die Ärmel hochzukrempeln, sondern auch vieles zu unterlassen, um das weltweite (zwischenmenschliche) Klima zu schützen.
Ich freue mich auf eine rege Beteiligung für die Preisausschreibung, auf viele erfrischende Impulse, auf wertschätzende Begegnungen und mitreißende Ideen und Initiativen.“

Dr. Julia Krohmer, Wissenschaftskoordinatorin Senckenberg

„Dieser Wettbewerb schafft einen wichtigen Rahmen, um das vielfältige Engagement für Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit sichtbar zu machen und zu stärken. Er verdeutlicht, dass jede und jeder Verantwortung übernehmen kann und lädt ein, wirksam zu werden für eine gute Zukunft. Der offene Ansatz macht deutlich, dass gesellschaftliche Veränderung eben nicht auf bestimmte Zielgruppen oder Expert:innen beschränkt ist, sondern aus Engagement, Kreativität und dem Mut zum Handeln vieler Einzelner entsteht. Und: Gemeinsam aktiv zu werden gibt uns Kraft und Zuversicht – besonders wichtig in Zeiten wie diesen!“

Dr. Max Rempel, Geschäftsführer Mediengruppe Frankfurt

„Oft erscheint die Herausforderung des Klimawandels so groß, dass sich viele klein und machtlos fühlen. Aber gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir alle unseren Beitrag leisten, mit gutem Beispiel vorangehen, uns einbringen und auch Optimismus in schwierigen Zeiten verbreiten. Jeder kann etwas tun und in der Summe bewegen auch viele Kleinigkeiten eine Menge. Deshalb freue ich mich, dass wir über die Citoyenne Menschen ehren und eine Bühne geben, die mit gutem Beispiel vorangehen und sie damit hoffentlich in Ihrem Einsatz bestärken und weitere Menschen animieren, diesen Vorbildern nachzueifern.“

Timo Schweitzer, Theaterpädagoge & Kabarettist

„Nachdem es bei der letzten CITOYENNE-Verleihung um Demokratie und das Klima in unserer Gesellschaft ging, dürfen wir nun Projekte auszeichnen, die sich mit dem Klima auf unserem Planeten beschäftigen. Und hier gibt es viel zu tun und keine Zeit zu verlieren! Ich freue mich auf viele kreative und nachhaltige Ideen zum Schutz des Klimas – und für einen optimistischen Blick in die Zukunft! Denn was wir heute tun, entscheidet, wie die Welt morgen aussieht.“

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