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2012

Die CITOYENNE, der Preis für Bürgersinn der Stiftung CITOYEN wurde erstmals 2012 unter dem Motto „Über den Tellerrand hinaus – die Vielfalt der Kulturen als Bereicherung“ ausgeschrieben. Künftig wird die CITOYENNE alle zwei Jahre unter einem den Stiftungszwecken entsprechenden Motto ausgelobt werden.

In ihrer Laudatio würdigte die Schauspielerin Asli Bayram, diesjährige Patin des Preises, die Preisträger*innen der CITOYENNE 2012:

Asli Bayram

Die moralische Verfassung einer Gesellschaft zeigt sich im Wesentlichen darin, wie hoch ihre Bereitschaft ist, sich demokratisch fest zu verankern. Ein unverzichtbarer Bestandteil der Demokratie ist aber in jedem Fall auch immer die freie Sicht auf Individuen, gesellschaftliche Gruppen, religiöse Gemeinschaften und Kulturen. Jede Kultur, die auf Demokratie, Freiheit, Frieden und Allgemeinwohl aufbaut, ist eine Bereicherung für unsere Gesellschaft. Doch das Zusammenleben verschiedener Kulturen birgt die Gefahr von Konflikten und Missverständnissen in sich. Es bedarf daher unserer Klugheit, Vernunft und Erfahrung, um eine offene Gesellschaft zu sein. Aus dem Dialog der Kulturen, aus der Verknüpfung ihrer speziellen Wertigkeiten und Qualitäten innerhalb einer bürgerlichen Gemeinschaft entsteht Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit, allgemeiner Wohlstand und eine funktionierende Gesellschaft.

Mit dem 1. Preis (dotiert mit 5.000 Euro) wurde der Verein „TUN – Toleranz unter Nationen“ aus Raunheim ausgezeichnet, wo 42 Prozent der Bürger einen Migrationshintergrund haben.


Den Barrieren der Xenophobie und der mangelnden Sprachkenntnisse setzt TUN ein umfassendes Handlungskonzept mit vielfältigen Begegnungsmöglichkeiten – ob Sprachförderung, Dialogabende, Kino für Kinder und Jugendliche, Tanz- und Bewegungsworkshops und anderes mehr – entgegen.

Mit dem 2. Preis (dotiert mit 3.000 Euro) wird die in Frankfurt lebende Künstlerin Olcay Acet für ihre Videoinstallation „Generation Einskommafünf“ ausgezeichnet, in der Menschen aus dieser „Zwischengeneration“ von Einwanderern zu Wort kommen, die als Kinder in ihren Herkunftsländern bei Großeltern, Tanten, Onkels zurückgelassen wurden, während ihre Eltern als Arbeitsmigranten in Deutschland lebten.


Ziel des Projektes ist es, ein besseres Verständnis der Trennungs- und Migrationserfahrungen auf allen Seiten zu bewirken, eine wesentliche Voraussetzung für ein gelingendes Miteinander der Kulturen.

Mit dem 3. Preis (dotiert mit 1.500 Euro) wird das Jugendkunstschulmobil (JuKuMo) der Offenbacher Jugendkunstschuleausgezeichnet.


Seit September 2010 fährt diese Kunstwerkstatt auf Rädern regelmäßig Haltestellen im Offenbacher Stadtgebiet an und gibt so gerade Kindern und Jugendliche aus Familien mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund die Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken.

Die Jury

Irene Bottek, Bankkauffrau

Parastou Forouhar, Künstlerin

Dr. Areti Georgiadou, Rechtsanwältin

Ijlal Görgülü, Lehrerin

Axel Grysczyk, Mediengruppe Offenbach-Post

Dr. Marita Haibach, Vorstand Stiftung CITOYEN

Ilyas Meç, Journalist

Nicoletta Panteliadou, Ärztin

Partner und Förderer:
Bethmann Bank, Mediengruppe Offenbach-Post, Palast promotion Sankt Peter

Weitere sieben Finalisten, wurden mit einer Urkunde und einem Anerkennungspreis von jeweils 250 Euro ausgezeichnet:

Boxclub Nordend Offenbach e.V.

Projekt „Mentorennetzwerk“, Forum Beruf, Karriere, Zukunft e.V., Darmstadt

Projekt „Serviceagentur“, Bürgerinstitut e.V., Frankfurt/Main

Projekt „sozial statt egal“, Carlo-Mierendorff-Schule, Frankfurt/Main

Projekt „Soziale Jungs Multikulti“, Paritätisches Bildungswerk Bundesverband, Frankfurt/Main

Projekt „Streetworker und mobile Jugendhilfe“, Mobile Jugendhilfe e.V., Neu-Isenburg

OFlovesU, Stadtführungen GANZ anders, Offenbach