2014

Unter dem Motto „wild trifft weise – kreative Generationenprojekte“ würdigt die CITOYENNE 2014 das Engagement von Initiativen und Einzelpersonen, die engagiert und kreativ als Brückenbauer zwischen den Generationen tätig sind. Mit der CITOYENNE 2014 will die Stiftung die Chancen eines achtungsvollen Zusammenlebens unterschiedlicher Generationen stärker in das gesellschaftliche und individuelle Bewusstsein rücken. Wenn Menschen respektvoll miteinander umgehen, wenn sie sich erleben und einander vertrauen, sich helfen und kennenlernen, dann spielt „zu alt“ oder „zu jung“ keine Rolle.
Die Paten des Preises, die Rapperin Zeda und der Cellist Frank Wolff, interpretierten das Motto musikalisch. Der 68-jährige Frank Wolff zeigte mit seiner „Europa-Hymne“, dass seine wilden Seiten im Alter längst nicht verloren gegangen sind, während Zeda mit ihrem Rap „weil ich ein Mädchen bin“ bewies, dass jugendliches Ungestüm auch sehr reflektiert sein kann.

Die Laudatorinnen Dr. Marita Haibach (Stiftung CITOYEN) und Julia Koik (Mitglied der Jury) stimmen im Dialog auf das Thema „wild trifft weise – kreative Generationenprojekte“ ein.

„Das Thema der Schaffung generationsübergreifender Kontakte geht uns alle an, denn die Jungen von heute werden die Alten von morgen sein. Es ist eindrucksvoll, wie viele unterschiedliche Initiativen im ganzen Rhein-Main-Gebiet aktiv sind und mit ihrer Arbeit belegen, dass das Engagement für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Generationen für beide Seiten Früchte trägt“, betont Dr. Marita Haibach.

Mit dem 1. Preis (dotiert mit 5.000 Euro) wurde das Patenschaftsmodell Offenbach ausgezeichnet.
Hier unterstützen ehrenamtliche Paten und Patinnen Hauptschülerinnen und Hauptschüler dabei, sich für eine Ausbildung oder eine weiterführende Schule zu qualifizieren. Während vor Einführung des Projektes kaum ein Schüler bzw. eine Schülerin einen Ausbildungsplatz erhielt oder einen weiterführenden Schulabschluss erreichte, sind es inzwischen fast 90%: Ein überwältigender Erfolg! Das Patenschaftsmodell Offenbach bringt Menschen aus unterschiedlichen sozialen Milieus und Kulturen zusammen und schafft neue, sehr produktive und erfolgreiche Verbindungen zwischen den Generationen. Die Lebenserfahrung der Älteren wird von den Jugendlichen sehr geschätzt. Umgekehrt profitieren die Paten vom Elan und der Begeisterung der „Patenkinder“. So ist die Patenschaft für beide Seiten ein Gewinn.
Der 2. Preis (dotiert mit 3.000 Euro) ging an das Goldstein Projekt im Frankfurter Stadtteil Goldstein, das Kindern, Eltern, Großeltern, Erzieherinnen und Erziehern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie der Stadtteil-Öffentlichkeit vielfältige Projekte, Kurse und Präventionsprogramme anbietet, u.a. den „ADHS-Dialog“, spezielle Angebote für Väter und Söhne, Theaterangebote für Eltern und Kinder, den „Goldstein Dialog“, durch den der fachliche Dialog und die Vernetzung präventiv arbeitender Einrichtungen des Stadtteils gefördert werden.
Insgesamt engagieren sich einige Dutzend vorwiegend ältere Erwachsene im Goldstein Projekt, die in ausschließlich ehrenamtlicher Arbeit ein inklusives, präventives soziales Netzwerk etabliert haben. Die seit Jahren kontinuierliche soziale Arbeit kommt allen Goldsteiner Kindern zugute – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, von ihrer gesundheitlichen Verfassung, von ihrer kulturellen und nationalen Identität und vom Geschlecht. Das Goldstein Projekt fördert und verbessert das Zusammenleben der Generationen im Stadtteil nachhaltig.
Mit dem 3. Preis (dotiert mit 1.500 Euro) werden Viktor Selmanaj und Ramazan Uzun, Frankfurt, ausgezeichnet.
Ihr gemeinsames Projekt entstand vor dem Hintergrund der persönlichen Erfahrungen von einem der jungen Männer in der Pflege seiner kranken Großmutter. Daraus entwickelte sich die Idee, alleinstehende Seniorinnen und Senioren, die Unterstützung benötigen, mit Jugendlichen, die sich ehrenamtlich in ihrem Stadtteil engagieren wollen, zusammenzubringen. Der Kontakt wird durch einen engen Austausch mit dem Vereinsring Frankfurter Berg e.V., dem Ortsbeirat 10 und dem Sozialrathaus Am Bügel hergestellt. Es werden „Tandems“ aus einem Jugendlichen und einem Senior gebildet, die sich zuvor behutsam kennengelernt haben. Das Jugendhaus Frankfurter Berg schult die Jugendlichen vor Beginn ihres Engagements. Die persönlichen Kontakte zwischen Großeltern- und Enkelgeneration, die dadurch entstehen, fördern den Dialog der Generationen und das gegenseitige Verständnis in vorbildlicher Weise.
Die Jury
Lazar Aksentievic, Schüler
Irene Bottek, Bethmann Bank
Dr. Rainer Eckert, Physiker und Lehrer
Beate Gottschall-von Plottnitz, Stiftung CITOYEN
Axel Grysczyk, Mediengruppe Offenbach-Post
Dr. Marita Haibach, Stiftung CITOYEN
Julia Koik, Jugendbildungsreferentin
Nikolaus A. Nessler, Künstler
Carolyn Noé, Diplom-Psychologin
Partner und Förderer:
Bethmann Bank, Mediengruppe Offenbach-Post
Die weiteren Finalisten, die mit einer Urkunde und einem Anerkennungspreis in Höhe von jeweils 250 Euro ausgezeichnet wurden, sind:
Alte Wache Oberstedten e.V., Oberursel
Freizeit-Helden e.V., Frankfurt
KiBiz e.V., Frankfurt
Kinderhaus am Weingarten e.V. und Begegnungszentrum „Bockenheimer Treff“, Frankfurt
Männerchor Praunheim e.V., Frankfurt
Susanne Harth, Musiklehrerin, Frankfurt
Tanz-Theater Johanna Knorr, Frankfurt