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2018

Die CITOYENNE, der Preis für Bürgersinn der Stiftung CITOYEN, wurde am 4. Juni 2018 zum vierten Mal verliehen. Unter dem Motto Kunst schafft’s – ein Preis für kreatives Miteinander würdigte die Stiftung das Engagement von Initiativen und Einzelpersonen, die mit künstlerischen Mitteln Raum für Begegnungen unterschiedlichster Kulturen und Denkweisen schaffen, zwischenmenschliche Barrieren überwinden und sich für ein gelingendes Miteinander einsetzen.

Patin Christine Lüders

Christine Lüders, ehemalige Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes und Patin der CITOYENNE 2018 machte in ihrer Laudatio deutlich, dass „der Staat und die Politik anregen, helfen, fördern können, emanzipatorische Inhalte aber immer nur durch das ständige Engagement mündiger freier Bürger durchgesetzt werden können.“ Die prämierten Projekte, so Lüders, „zeigen eine beeindruckende Breite und Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten, die von gelebter Vielfalt zeugen und die Kraft des künstlerischen Ausdrucks demonstrieren.“

Mit dem 1. Preis (dotiert mit 5.000 Euro) wurden elf Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Mann-Schule in Dietzenbach ausgezeichnet, die mit der Theaterpädagogin Bettina Steingass das Filmprojekt „GLEICHSTROM“ realisiert haben.


Mit dem 15-minütigen Kurzfilm zum Thema „Was würde an unserer Schule passieren, wenn…“ wollen die SchülerInnen eine politische Aussage treffen, um an ihrer Schule etwas zu bewegen und die Zuschauer zum Nachdenken anzuregen. Für das Projekt wurde Homophobie als zentrales Thema ausgewählt. Es geht im Film um Schwulenhass, Mobbing, gesellschaftliche Zwänge, aber auch um Magersucht und um Angst und Scham, die als Emotionen dahinterstehen. 

Der 2. Preis (dotiert mit 3.000 Euro) ging an das partizipatorische Kunstprojekt „Bunte Brücke“, das 2016 im Zuge der Flüchtlingsbewegung von dem Frankfurter Künstler Philipp Alexander Schäfer ins Leben gerufen wurde.


Es richtet sich an junge Erwachsene mit und ohne Fluchtgeschichte. In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, der University of Applied Sciences, dem Deutschen Roten Kreuz und der Jugend-Kultur-Werkstatt Falkenheim werden Workshops angeboten, in denen verschiedene Maltechniken und Gestaltungsgrundlagen ausprobiert und erlernt werden. Erklärtes Ziel des Kunstprojektes ist es, in gemeinschaftlicher Arbeit mit Frankfurter Künstlern ausgewählte Brückenwände im Stadtgebiet Frankfurt am Main zu bemalen und somit ein Zeichen für Toleranz, Vielfalt und interkulturelle Zusammenarbeit zu setzen.

Mit dem 3. Preis (dotiert mit 1.500 Euro) wurde die Initiative KUNST.ORT.RUMPENHEIM ausgezeichnet.


Sie hat sich zum Ziel gesetzt, mit Kunst und Kulturarbeit den Offenbacher Stadtteil zu stärken und das Miteinander der Bürgerinnen und Bürger zu gestalten. Mit dem Projekt HAUSWANDPOESIE will die Initiative Bewohner, Kunstschaffende und Handwerker in Rumpenheim aktivieren und dazu bringen, Türen zu öffnen, sich zu engagieren und auf individuelle Weise Stellung zu beziehen. Ab Sommer 2018 will die Initiative politisch motivierte Aussagen gegen „Rechts“ sichtbar an die Häuserwände bringen, um zu Toleranz und Offenheit aufzurufen und zum Nachdenken anzuregen. 

Die Jury

Timo Becker, Theaterpädagoge und Kabarettist

Heiner Blum, Professor an der HfG Offenbach

Irene Bottek, Bethmann Bank

Joachim Braun, Chefredakteur Frankfurter Neue Presse

Yasmin Chaouli, Museumspädagogin und Künstlerin

Martina Elbert, freie Autorin und Regisseurin

Beate Gottschall, Stiftung CITOYEN

Dr. Hans-Peter Niebuhr, Prof. em. Mediensoziologie

Thomas Rietschel, Kulturberater

Partner und Förderer:
Bethmann Bank, Lions international, Frankfurter Neue Presse

Die weiteren sieben Finalisten wurden von Moderator Timo Becker ebenfalls vorgestellt und mit einer Anerkennungsurkunde sowie einer von den Künstlern Florian Haas und Andreas Wolf (gruppe finger) gestalteten Vase aus reinem Bienenwachs gewürdigt:

Bridges – Musik verbindet, Frankfurt, interkulturelle Musikinitiative 

Die Frankfurter KunstSäule, Ein Projekt von Florian Koch und Daniel Hartlaub

Die schrägen Vögel, Bad Homburg, inklusives Chorprojekt von Ute Jeutter

Gruppe Eleganz aus Reflex, Frankfurt, Theaterprojekt „rot oder tot“

Kultur- und Museumsverein Bolongaro e.V., Frankfurt, Der Bolongaro-Wandteppich

Kunst in Frankfurt e.V., Frankfurter Osterspaziergang

Maragrete Rabow und die REAL EXISTIERENDE THEATERGRUPPE, Frankfurt